Samstag, 21. September 2013

Baut kleine, basisdemokratische Vereine auf

Ich habe den grössten Teil der letzten 3 Monate damit verbracht, einen Makerspace mit dem Namen Starship Factory aufzubauen. Da ich die Statuten und Teile des Reglements mit verfasst habe, war ich gezwungen, mich in diesem Rahmen genauer mit dem Vereinsrecht auseinander zu setzen, um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen.
Ein Makerspace ist ein sehr kreativer Verein, welcher seinen Sinn im Experimentieren und Schaffen von Neuem sieht. Kreativität ist also nicht nur ein Plus, sondern quasi der einzige Vereinszweck. Um dabei erfolgreich zu sein, war es daher besonders wichtig, sich Gedanken um die Strukturen zu machen und zu überlegen, wie man der Gesamtheit der Mitglieder die beste Möglichkeit gibt, sich kreativ einzubringen und das zu erreichen, was sie ihren Zielen näher bringt.
Dazu war es zunächst wichtig, sich zu überlegen, welche Erfahrungen wir in der Vergangenheit mit Vereinen gehabt haben, und wie sich diese Erfahrungen unter Umständen strukturell vermeiden lassen.

Was läuft schief?

Eine der wichtigeren Fragen, die sich ein Verein regelmässig stellen muss, ist: was läuft schief? Was stört die Leute am meisten, und wie können wir das in Zukunft vermeiden? Es ist also wichtig, dass die Vereinsstrukturen in einem gewissen Rahmen flexibel sind. Am Besten ist es an vielen Punkten, wenn einfach nicht viele Strukturen existieren, die einen hindern. Es braucht aber viele Strukturen, welche die Mitglieder unterstützen. Und ein paar Vorkehrungen, welche die Mitglieder des Vereins davon abhalten, andere Mitglieder in ihren Projekten oder gar in ihrer Persönlichkeit zu behindern.

Das heilige römische Reich e.V.

Ein Pattern, was sich in vielen Vereinen beobachten lässt, ist, dass sie von einem sehr enthusiastischen und sehr fähigen Gründer in die Welt gesetzt werden. Oft florieren diese Vereine dann über Jahre und expandieren recht gut, und jeder hat den Eindruck, dass jetzt eigentlich nichts mehr schief gehen kann.
Dann, eines Tages, hat der Gründer andere Pläne. Er tritt zurück um sich auf andere Dinge zu konzentrieren, oder er zieht in einen anderen Ort in einem anderen Land, oder deutlich schlimmere Dinge geschehen. Dies erzeugt stets auch ein Vakuum, da der Enthusiasmus des Gründers fehlt. In manchen Fällen führt dies dann zur totalen Paralyse des Vereins, der sich fortan nicht mehr selbst organisieren kann, da niemand mehr willens oder fähig ist, die Aufgaben zu übernehmen, welche der Gründer ursprünglich ausgeführt hat. Das führt zu Frustration, Stagnation und somit zu Mitgliederverlust, da die Mitglieder ja freiwillig da sind und sich dann fragen, wofür sie noch ihre Mitgliedsbeiträge zahlen sollen.
Daher ist es wichtig, direkt bei der Gründung eines Vereins darauf zu achten, dass man die Arbeit auf möglichst viele Schultern verteilt um zu vermeiden, dass der Verein zu einer Art Personenkult verkommt, wo ohne die zentrale Person nichts mehr funktioniert.
Für den CCC e.V. in Deutschland zum Beispiel war Wau Holland eine solche zentrale Figur für die Diskussionskultur. Er erfüllte die sehr wichtige Aufgabe, die Diskussionen in den Newsgruppen zu leiten und darauf zu achten, dass alle Mitglieder fair und friedlich miteinander diskutierten. Nicht selten warf er in Diskussionen Mails ein, welche mit den Worten «So nicht, mein Lieber!» begannen. Dies war ein sehr wichtiger Dienst für die Mitglieder des CCC, und als Wau im Jahr 2001 verstarb, riss dieses Ereignis eine riesige Lücke in die Newsgruppen des CCC, von der sich auch heute viele noch nicht erholt hatten. Vielfach wird dort immer noch gewaltsam diskutiert und die zielorientierte Debatte bleibt nicht selten dabei auf der Strecke.

Die Weisen gehen zurück ins Morgenland

Wenn Leute einen Verein gründen, so ist es häufig das erste Mal, dass diejenigen Leute in einem gemeinsamen Verein organisiert sind. Oft handelt es sich dabei aber um eine Gruppe, die einander bereits vorher durch Freundschaft verbunden war. Dadurch ergibt sich eine natürliche gute Zusammenarbeit im Vereinsvorstand, den Gründungsmitglieder ja zwangsläufig irgendwie befüllen müssen. Das ist eine gute Voraussetzung für einen Verein, da der Vorstand effizienter arbeiten kann und miteinander mehr in kurzer Zeit erreicht als ein Vorstand, der sich erst gegenseitig erforschen muss und Wege der Zusammenarbeit finden.
Gleichzeitig birgt sich hierin jedoch auch eine Gefahr. Der Vorstand wird zu einem eingespielten Team, welches gemeinsam herausfindet, wie man den Verein am besten leiten kann. Doch irgendwann wird dann der Punkt kommen, wo sich das erste Vorstandsmitglied entscheidet, die Aufgabe abzugeben. Ein gut gewachsener Verein wird dann vermutlich jemanden nachrücken lassen, der nicht zum Freundeskreis der Gründer kommt, um «neuen Wind» in den Verein zu bringen. Das ist ja an sich auch eine sehr gute und notwendige Überlegung. Wer kreativ sein will, muss auch Neues ausprobieren.
Wenn der erste Vorstand geht, gesellen sich häufig weitere Vorstandsmitglieder der Freundesliga dazu und legen ebenfalls ihr Amt nieder. Im Rahmen von ein bis zwei Jahren (zwei bis drei Mitgliederversammlungen) wird dann oft der gesammte Vorstand ausgetauscht, vor allem, wenn die ursprünglichen Freunde Probleme haben, sich auf die neuen Vorstände einzustellen und die Lust an ihrem Amt verlieren.
Nun ist es in sehr vielen Vereinen nicht üblich, Dokumentation zu führen. Daraus ergibt sich ein sehr grosses Problem für die nachrückenden Vorstände, da sie ein Amt übernehmen von dem niemand so genau weiss was der Vorgänger eigentlich alles gemacht hat. Oft weiss der Vorgänger das auch nicht mehr so genau, weil es einfach im Kopf festgelegte Abläufe waren, welche man zwar wiederholen kann, doch nur sehr schwer im Einzelnen benennen.
Der Nachfolgevorstand der zweiten Generation macht daher also seine Arbeit oft besonders schlecht, weil sie zuerst einmal in ein Vakuum fallen, welches der erste Vorstand ihnen hinterlassen hat. Mitglieder kommen mit Anfragen und Bitten, doch der Vorstand wird Monate brauchen um erst einmal herauszufinden, was zur Erfüllung dieser Bitten alles dazu gehört. In der Folge werden Dinge falsch oder unvollständig ausgeführt, was den neuen Vorständen später auf die Füsse fällt und dazu führt, dass sie sich endlos verzetteln. Die Folge davon sind ebenfalls wieder Frustration, Stagnation und Mitgliederschwund.
Ein Teil der Lösung dieses Problems ist natürlich, rigorose Dokumentation der Vorstandsarbeit zu fordern. Wenn der Vorstand über alles was er tut Bericht ablegt und Anleitungen schreibt, wird es für nachrückende Vorstände einfacher, diese Aufgaben zu übernehmen und in guter Qualität zu erledigen.
Nun sind die meisten Menschen keine guten Schreiber für Dokumentation und daher schnell von der Aufgabe geschlaucht. Wenn der Vorstand jeden Tag die meiste Zeit daran sitzt, Dokumentationen zu schreiben, wird er auch wenig Fortschritt erreichen können und die Vorstandsmitglieder sind schnell ausgebrannt in Anbetracht der langen Liste an Todos.
Die logische Lösung dessen liegt natürlich darin, die Aufgaben auf so viele Schultern wie möglich zu verteilen. Hierzu kann man natürlich einen gigantischen Vorstand erzeugen, in dem jeder nur sehr wenig gut definierte Aufgaben hat und den Rest der Zeit mit allen anderen streitet. Die andere, einfachere Lösung hingegen ist es, die Arbeitslast des Vorstands zu reduzieren. Wenn der Vorstand nicht viele Kompetenzen hat, kann ein Vorstandsamt auch leicht weitergereicht werden.

Die Demokratische Volksrepublik von Vereinistan

Eine dritte Problematik, die häufig auftritt, hat ebenfalls mit der zweiten (oder jeder folgenden) Generation von Vereinsvorständen zu tun. Das Aufbauen eines neuen Vereins ist ein sehr aufwändiger Job, welcher viel Zeit und Kraft in Anspruch nimmt. Daher ist die erste Generation von Vereinsvorständen häufig mit Machern besetzt, welche unheimlich viel für den Verein leisten. Die Mitglieder gehen daher oft den logischen Weg und räumen dem Vorstand besonders viele Entscheidungskompetenzen und Budgets ein, da diese sonst oft der limitierende Faktor sind, welcher den Verein am Wachsen und Gedeihen hindert. Als Gegenleistung bekommen die Mitglieder alles was sie sich vom Verein erhofft haben in viel kürzerer Zeit.
An einem gewissen Punkt jedoch tritt der Austausch des Vorstandes in die zweite Generation ein. Und irgendwann dann die Dritte. Da der Verein zu dem Zeitpunkt bereits etabliert ist und funktioniert, ist ein Posten im Vorstand dann attraktiver geworden für Mitglieder, welche sich diesen Posten aus anderen Gründen wünschen. Oft machen sich diese Mitglieder durch lautstark geäusserte Visionen der Vereinszukunft bekannt und beliebt. Das ist vermutlich auch ernst gemeint und die Leute haben wirklich diese Ideale. Nun sind sie dann bekannt und werden auf der nächsten Mitgliederversammlung in den Vorstand oder gar zum Präsidenten gewählt.
Hier kommt jedoch die andere Natur der Person zu tragen: der Diktator. Die Macht, welche den Gründungsvorständen eingeräumt wurde, fällt den Mitgliedern nun auf die Füsse. Der Vorstand beginnt, sich so aufzuführen, als ob der ganze Verein ihnen gehören würde. Es werden mit Getöse die Regeln gebrochen, während die Mitglieder alles einhalten müssen, was einmal an Regeln aufgestellt wurde. Benutzt ein Mitglied Vereinseigentum, an dem gerade ein Vorstand Interesse hat, so schiebt der Vorstand das Mitglied beiseite mit Verweis auf die eigene vermeintlich höhere Priorität.
Gleichfalls werden mit Hilfe des Vereinsvermögens nicht selten Dinge angeschafft, welche vor Allem den Interessen des Vorstandes dienen und von den Mitglieder mitgetragen werden müssen. Das frustriert natürlich wiederum die Mitglieder, welche ihre Beiträge verschwendet sehen und dann den Verein verlassen.
Und somit vergraulen solche Vorstände dann oft aktive Mitglieder und verwandeln den Verein in eine Art Privatclub, wo die Interessen weniger Mitglieder gefördert werden, während die Kreativität und Motivation der anderen Mitglieder arg strapaziert wird. Dies kann durchaus zur Auflösung des Vereins führen.
Der einzige Weg diese Art übernahme zu verhindern besteht darin, dem Vorstand möglichst wenig eigene Kompetenzen einzuräumen. Dadurch wird ein Vorstandsposten unattraktiv für Leute, welche vor Allem ihre eigenen Interessen vertreten und Macht ergreifen und ausüben wollen. Erlangt nun dennoch ein von Macht und Eigeninteresse Getriebener einen wichtigen Vorstandsposten im Verein, so hat er kaum Möglichkeiten, Schaden anzurichten, wenn der Vorstand sowieso nicht die Entscheidungen trifft, sondern lediglich über sehr wenig, klar definierte Kompetenzen verfügt.

Im Rotlichtbezirk des Vereins

Völlig unabhängig vom Vorstand ist es auch Mitgliedern von Vereinen möglich, grossen Schaden anzurichten, indem sie sich widrig verhalten und andere Mitglieder dadurch behindern oder anderweilig schädigen. Werden zum Beispiel bei Treffen regelmässig von Einzelnen Videos mit grosser Lautstärke geschaut, oder sogar am Tisch herumgereicht, werden alle darin behindert, ihren eigenen kreativen Ideen nachzugehen oder sich mit anderen auszutauschen. Somit stellt sich natürlich die Frage, warum sie überhaupt erst gekommen sind, wenn sie sowieso kein Wort ihres Gegenübers verstehen können.
Ein anderes Beispiel ist sexistische, rassistische oder anderweilige Diskriminierung. In vielen Vereinen ist vor Allem sexistisches und rassistisches Verhalten sehr stark verwurzelt. Das liegt häufig daran, dass irgendjemand einmal begann, das Verhalten unter dem Deckmantel der Komik oder auch Satire zu etablieren. Ist der erste Witz gefallen, so gibt es für den Verein oft nur den Weg weiter abwärts und schon bald ist es eine völlige Selbstverständlichkeit, den Anwesenden erniedrigende Sprüche anzugedeihen. Ist dieses Verhalten erst einmal verbreitet, so ist es für die Betroffenen schwierig, dagegen anzugehen, da dann häufig Sprüche fallen wie «Hab dich nicht so, es war doch nicht ernst gemeint» oder «Das musst du doch auch mal abkönnen».
Natürlich lässt sich niemand gern beleidigen, und daher beginnen die betroffenen Mitglieder dann mit Vermeidungsverhalten und erscheinen nicht mehr zu Treffen und Anlässen, bis sie schliesslich austreten. Dadurch wird das Bewusstsein für die Problematik natürlich noch weiter abgestumpft, wodurch sichergestellt wird, dass nie wieder jemand aus der betroffenen Bevölkerungsgruppe Lust hat, am Vereinsleben teil zu nehmen.
Die Folge dessen ist selbstverständlich eine intenisve geistige Verarmung des Vereins. Auf der einen Seite wandern wichtige Mitglieder mit interessanten Ideen ab, auf der anderen Seite etablieren sich Sitten, welche ganz offensichtlich nicht besonders geistig hochwertig sind. Dies kann auch für andere Mitglieder unangenehm werden, ganz besonders wenn sie von der Diskriminierung betroffene Freunde haben, welche einen sozialen Druck ausüben den Verein als Peinlichkeit zu betrachten und hinter sich zu lassen. Dadurch wird die geistige Verarmung noch beschleunigt.
Diesen Problemen kann man mit gesundem Menschenverstand beikommen, solange dieser bei allen Mitgliedern vorhanden ist. Wenn das jedoch nicht mehr der Fall ist, kann es sehr schwierig sein, wieder auf den richtigen Weg zurück zu finden. Daher empfiehlt sich ein grobes Regelwerk, welches einige wichtige Punkte für das gemeinsame Zusammenarbeiten darlegt. Es muss nicht sehr exakt sein und detailreich jede mögliche Situation beschreiben; oft ist es nur ein grosser Vorteil wenn man darauf verweisen kann und sagen: das ist die Art und Weise, wie wir uns hier verhalten wollen. Bitte tu es uns gleich.

Ein alternatives Modell

Ein einfacher Weg, diese Probleme zu umgehen, ist alternatives Denken. Die meisten Vereine sind nach dem Prinzip aufgebaut, dass ein Präsident einen kleinen Vorstand leitet, welcher über die Belange des ganzen Vereins entscheidet und alle 1, 2 oder 4 Jahre neu gewählt wird. Es gibt jedoch kein Gesetz, welches eine solche Vereinsstruktur vorschreibt. Man kann also entweder die Statuten und Organisationsformen von anderen Vereinen kopieren, oder man startet ein Experiment mit ungewissem, doch möglicherweise viel besserem Ergebnis.
Die Starship Factory ist diesen Weg gegangen. Dort gibt es einen Präsidenten und einen Vorstand, doch diese verfügen über keinerlei Entscheidungsgewalt. Da sie für den Verein und sein Vermögen einstehen müssen und nach Aussen repräsentativ sind, ist der Vorstand als Einziges dazu legitimiert, Anträge zurückzuweisen, welche dem Gesetz oder den Vereinsregeln widersprechen würden.
Ansonsten werden alle Entscheidungen in einem monatlichen Plenum getroffen, statt dass der Vorstand sich direkt einmischen kann. Dadurch kann jeder an der Entscheidungsfindung teilhaben und die getroffenen Entscheidungen werden breiter demokratisch legitimiert. Gleichzeitig bietet das monatliche Intervall die Möglichkeit, an den restlichen Tagen des Monats Arbeiten für den eigentlichen Vereinszweck zu leisten, da die demokratischen Aufwände auf einen einzigen Tag im Monat beschränkt werden.
Dazu ist es natürlich wichtig, die Plenarsitzungen möglichst kurz und effizient zu halten, um an nur einem Tag im Monat alle wichtigen Entscheidungen fällen zu können. Dabei helfen Regeln der Kommunikation, welche von Selbstverständlichkeiten wie dass man das Gegenüber ausreden lassen soll bis zu komplexen Theorien der themenzentrierten Interaktion reichen. Das wichtige Prinzip hinter all den Regeln ist natürlich der gegenseitige Respekt und die Frage: was ist überhaupt wichtig, und was ist belanglos? Was muss im Plenum entschieden werden und was braucht man eigentlich gar nicht entscheiden?
Um sämtliche Mitglieder auf dem aktuellen Stand zu halten und somit gute Entscheidungen zu ermöglichen ist es natürlich wichtig, gute Dokumentation anzufertigen und jedermann zur Verfügung zu stellen. Dabei stellt sich dann oft heraus, das ein Verein nicht allzu viele Geheimnisse haben braucht. Dinge, welche das Privatleben der Mitglieder direkt betreffen, wie zum Beispiel die Höhe der Mitgliedsbeiträge oder ähnliche finanzielle fragen, sind natürlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt und vermutlich nicht einmal bei jedem Mitglied gut aufgehoben. Andere Fragen wie wo denn das Geld her kommt und wo es hin fliesst können sehr gut öffentlich sein, da sie die Aktivitäten des Vereins direkt betreffen, ohne mit Persönlichkeitsrechten zu kollidieren.
Was sich ebenfalls lohnt, ist eine gute, öffentliche Todo-Liste, wie zum Beispiel ein Ticketsystem. Dies erlaubt Nichtmitgliedern, zu erahnen, an welchen Punkten sie sich einbringen könnten, wenn sie denn Mitglieder werden würden. Dadurch findet man leichter passende Mitglieder und diese können sich sicher sein, beim richtigen Verein zu sein.
Der andere wichtige Punkt des Ticketsystems ist natürlich, dass man einfach nachvollziehen kann, wie Probleme in der Vergangenheit gelöst wurden und was man verbessern kann. Ausserdem beantwortet sich die Frage dadurch recht schnell, was man so in der Vergangenheit alles getan hat, oder was noch bevor steht.

Experimente

Dieses Modell ist natürlich nicht besonders detailiert und kommt sehr experimentell daher. Dennoch verspricht es einen Fortschritt gegenüber den herkömmlichen Vereinen, welche überall durch Kopien anderer Vereine entstehen. Das Experimentelle dabei ist auch sehr wichtig und muss selbstverständlich stets hoch gehalten werden: wenn eine Regel oder eine Struktur nicht funktioniert, muss man etwas ändern, damit es besser weiter gehen kann, und dann wieder experimentieren. Dies ist ein kreativer Prozess. Der Makerspace der Zukunft erschafft also nicht nur Objekte, er erschafft sich auch selbst und geht immer wieder neu aus sich hervor. Damit es Fortschritt gibt, ist es notwendig, dass neue Wege probiert werden, statt immer nur die alten zu kopieren.
Somit vertrauen wir darauf, dass wir mit der Starship Factory eine Organisation finden werden, mit der die Mitglieder, Unterstützer und Interessierten darin unterstützt werden, ihre Ideen zu verwirklichen und sich zu neuen Ideen inspirieren zu lassen. Das gilt auch in Bezug auf die Vereinsform selbst: wenn andere Vereine ebenfalls nach dem Vorbild strukturiert werden, dass die Entscheidungsgewalt von allen ausgeht, wäre das eine interessante und vermutlich gute Entwicklung.